Impfen mit Verstand    

Die meisten Tierärzte in Deutschland bestehen immer noch darauf, daß Hunde (und Katzen) jährlich gegen eine ganze Reihe von Krankheiten geimpft werden. Jährliche Impfungen sind jedoch weder nötig noch harmlos. Auch bei Tieren halten Impfungen – mit wenigen Ausnahmen – viele Jahre lang. Ihr Immunsystem ist keineswegs schlechter als das des Menschen. Inzwischen plädieren auch manche deutschen Hochschulveterinäre dafür, daß Haustiere nicht mehr so oft nachgeimpft werden.

Wichtige Impfungen für den Hund und ihre Schutzdauer:
1. Staupe (S): Lebendimpfstoff. Nach Grundimmunisierung und ev. einer Auffrischung ein Jahr danach hält der Schutz bis zu 15 Jahre, wahrscheinlich lebenslang.
2. Parvo (P): Lebendimpfstoff. Schutzdauer wie bei Staupe.
3. Hepatitis (H): Lebendimpfstoff. Schutzdauer wie bei Staupe und Parvo.


Impfungen, die bedingt sinnvoll sind:
1. Zwingerhustenerreger Parainfluenza-Virus (Pi): Schutzdauer drei Jahre, Impfstoffe versagen aber relativ häufig; Notwendigkeit der Impfung umstritten, da die Erkrankung meist mild ist und der Impfschutz gerade bei höherem Infektionsdruck (viele Hunde auf engem Raum) nicht oder kaum gegeben ist. Pi ist oft in Kombinationsimpfstoffen mit S,H,P enthalten, es gibt aber auch Kombinationen ohne Pi. Nicht sinnvoll bei Hunden in normaler Einzel- oder Kleingruppenhaltung.
2. Zwingerhustenerreger Bordetella bronchiseptica: Schutzdauer maximal ein Jahr; Impfstoffe versagen häufig; Notwendigkeit aus den gleichen Gründen wie bei Pi umstritten.
 
Impfungen, von denen abzuraten ist:
1. „Zeckenimpfung“, richtiger: Impfung gegen die von Zecken übertragene Borreliose: Der Impfstoff schützt nur gegen einen kleinen Teil der hierzulande vorkommenden Borrelien, nützt also kaum. Gilt als besonders nebenwirkungsträchtig, Hundehalter beobachteten sogar epileptische Anfälle nach dieser Impfung. Besser: Guter Zeckenschutz und Hunde nach Spaziergängen untersuchen, ob sie von Zecken befallen sind.
 
2. Leptospirose:
Deutsche Impfstoffe bieten nur gegen zwei Leptospiren-Arten Schutz, geimpfte Hunde infizieren sich zunehmend mit anderen Arten. Die Impfstoffe sind besonders für Welpen oft schlecht verträglich, doch auch ausgewachsene Tiere haben überdurchschnittlich häufig Nebenwirkungen. Sogar deutsche Hochschulveterinäre raten inzwischen von dieser Impfung ab. Es wird gefordert, daß die Impfstoffhersteller neue Lepto-Vakzinen entwickeln mit einem größeren Wirkspektrum und besserer Verträglichkeit.
 
 Sonderfall Tollwut:
Tollwutimpfstoffe schützen viel länger als ein Jahr. Weil die deutsche Tollwut-Verordnung aber nur die jährliche Nachimpfung als Tollwutschutz gelten läßt, kann darauf schlecht verzichtet werden, vor allem in tollwutgefährdeten Bezirken. Hunde ohne gültigen Tollwutschutz können bei Kontakt mit einem tollwutinfizierten Wildtier oder nach einem Beißvorfall auf Anordnung eines Amtsveterinärs eingeschläfert werden. In den USA, wo es viel mehr Wildtollwut gibt als bei uns, gilt überwiegend die dreijährliche Impfung – das wäre hierzulande auch ohne weiteres möglich.
Die Impfung wird auch bei grenzüberschreitenden Reisen verlangt.


 Nebenwirkungen von Impfungen:
1. Anaphylaktische (allergische) Reaktionen:

- schwerer Schock unmittelbar nach der Impfung, muß sofort vom Tierarzt mit Antischockmitteln      
-behandelt werden;
- Gesichtsödeme, Hauterkrankungen, unstillbarer Juckreiz;

- Durchfall und Erbrechen (manchmal blutig)

2. andere Reaktionen:
- Autoimmunerkrankungen: autoimmunhämolytische Anämie, eine schwere Blutkrankheit, in den meisten Fällen tödlich; Hypothyreose: Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, u. a. m.
- Nervenentzündungen, Lähmungen
- Enzephalitis (Hirnentzündung, teilweise mit schweren Krampfanfällen, unheilbar)
- Pannikulitis (Entzündung des Unterhautfettgewebes), Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäßwände) u. a. m.
- Impfsarkom: Tumor an der Impfstelle, bei Katzen relativ häufig, bei Hunden sehr selten, führt trotz Operation fast immer zum Tode


Was tun, wenn der Tierarzt unbedingt impfen will?
Als Tierhalter bestimmen Sie, was an Ihrem Tier gemacht wird. Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Achten Sie darauf, daß der Tierarzt Ihren Willen respektiert. Es kommt vor, daß Veterinäre gegen den Willen des Patientenbesitzers Mehrfachimpfungen verabreichen, obwohl nur eine Tollwutimpfung gewünscht wurde.

Läßt sich feststellen, ob ein Tier noch Impfschutz hat?
Manche Tierhalter kontrollieren den Schutz ihrer Hunde gegen Staupe und Parvo, gelegentlich auch den Tollwutschutz, durch Titermessungen im Labor. (Titerkontrollen für andere Impfungen sind mangels Richtwerten nicht sinnvoll.) An einer Blutprobe wird untersucht, ob noch Antikörper vorhanden sind. Das ist – außer bei der Welpen-Grundimmunisierung zur Kontrolle des Impferfolgs – meistens überflüssig. Denn der Schutz besteht nicht nur aus Antikörpern. Durch Impfungen bilden sich Gedächtniszellen, die sehr lange vorhalten, durch normale Labortests aber nicht bestimmt werden können.

Drei-Jahres-Impfungen in den USA – ein sinnvolles Vorbild?

In den USA hat der Tierklinikverband AAHA neue Impfrichtlinien für Hunde erarbeitet, die nur noch alle drei Jahre Auffrischimpfungen gegen S, H, P vorsehen. Das ist jedoch nur ein Kompromiß, weil die Impfungen gegen S, H, P sehr viel länger als drei Jahre halten. Wer ängstlich ist, kann sich an das US-Modell halten. Das ist jedenfalls besser, als das Immunsystem des Tieres jedes Jahr mit Mehrfachimpfungen zu belasten
   

                                                      

  Vaccinate
Most vets in Germany still insist that dogs (and cats) be vaccinated annually against a number of diseases. However, annual vaccinations are neither necessary nor harmless. Also keep in animals vaccinations - with few exceptions - for many years. Your immune system is no worse than that of humans. Meanwhile, some German university veterinarians advocate that pets are not as often vaccinated.
Important vaccinations for dogs and their term of protection:
1. distemper (S): live vaccine. After primary immunization and ev. A booster one year on the protection lasts up to 15 years, probably for life.
2. Parvo (P): live vaccine. Term of protection as in distemper.
3. Hepatitis (H): live vaccine. Term of protection as distemper and parvo.
Vaccinations, which are of limited use:
1. kennel cough pathogen parainfluenza virus (Pi): duration of protection three years vaccines fail but relatively common; Need for immunization controversial because the disease is usually mild and vaccination is not or hardly just given at higher risk of infection (many dogs in a small space). Pi is often in combination vaccines with S, H, P, but there are also combinations without Pi. Not useful in dogs in a normal individual or small group housing.
2. kennel cough pathogen Bordetella bronchiseptica: protection period up to one year; Vaccines often fail; Need for the same reasons as in Pi controversial.
Vaccinations, one of which is not recommended:
1. "Zeckenimpfung", more correctly, vaccination against tick-borne borreliosis: The vaccine protects against only a small part of this country occurring Borrelia, so hardly exploited. Considered very few side effects pregnant, dog owners observed even seizures after the vaccination. Better: investigate Good protection against ticks and dogs after walks, whether they are infected by ticks.
2. leptospirosis:
German vaccines offer only against two Leptospira species protection, vaccinated dogs infected increasingly with other species. The vaccines are particularly suitable for puppies often poorly tolerated, but also adult animals have disproportionately high adverse reactions. Even German university veterinarians now suggest on this vaccination. It is claimed that the vaccine manufacturers new Lepto vaccines developed with a larger spectrum and better tolerability. Special case of rabies,
Rabies vaccines protect much longer than one year. But because the German Rabies Ordinance allows only the annual revaccination regarded as rabies, can it be bad omitted, especially in areas susceptible to rabies. Dogs without a valid rabies can be put on the orders by an official veterinarian in contact with a rabies-infected wild animal or a Beißvorfall. In the United States, where there are many more wild rabies than ours, mainly applies the triennial vaccination - that would be in this country also readily possible.
The vaccination is required for cross-border travel. Side effects of vaccinations:
1. Anaphylactic (allergic) reactions:
- Severe shock immediately after vaccination, must immediately by a veterinarian with anti-shock agents
-be treated;
- Facial edema, skin diseases, insatiable itch;
- Diarrhea and vomiting (sometimes bloody)
2. Other reactions:
- Autoimmune disease: autoimmune hemolytic anemia, a serious blood disease, fatal in most cases; Hypothyroidism: Autoimmune thyroid disease, etc.
- Neuritis, paralysis
- Encephalitis (brain inflammation, some with severe seizures, incurable)
- Panniculitis (inflammation of the subcutaneous adipose tissue), vasculitis (inflammation of blood vessel walls), etc.
- Impfsarkom: tumor at the injection site, very rare in cats relatively common in dogs, despite surgery almost always leads to death
What to do when the vet really want to vaccinate?
As a pet owner, you determine what will be done to your pet. Do not be intimidated. Make sure that the vet respects your will. It happens that veterinarians administer against the will of the patient owner multiple vaccinations, although only a rabies vaccination is required.
It can be determined whether an animal has yet vaccinated?
Some pet owners attempt to protect their dogs against distemper and parvo, and occasionally the rabies through Titermessungen in the laboratory. (Titerkontrollen for other vaccinations are due to lack of benchmarks does not make sense.) At a blood sample is examined whether any antibodies are present. That is - except for the puppy vaccination series to control the Impferfolgs - mostly unnecessary. For the protection consists not only of antibodies. Vaccination is memory cells form which hold a very long time, but can not be detected by standard laboratory tests.
Three-year vaccinations in the US - a meaningful role model?
In the United States Animal Clinic Association AAHA has developed new guidelines for vaccine for dogs, just provide the booster dose every three years against S, H, P. This is only a compromise, because keeping the vaccination against S, H, P much longer than three years. Who is afraid, can follow the US model. At least that's better than to burden the immune system of the animal every year with multiple vaccinations.